Hippotherapie

Hippotherapie ist eine Form der Reittherapie für behinderte bzw. kranke Kinder und Erwachsene. Es handelt sich um eine physiotherapeutische Maßnahme auf einem eigens geschulten Therapiepferd. Die Therapie wird ärztlich verordnet und von einem Physiotherapeuten mit Zusatzausbildung Hippotherapie durchgeführt.

Wie funktioniert Hippotherapie?

Susi bei der Hippotherapie

Das Pferd hat in der Gangart „Schritt“ exakt das gleiche Bewegungsbild wie der Mensch, nur auf vier Beinen. Durch diese dreidimensionalen Schwingimpulse (links-rechts, oben-unten, vorwärts-rückwärts) erreicht man eine Aufrichtung des Rumpfes in einer gehemmten Stellung der Beine des Patienten auf dem PferderückenDie gehemmte Stellung ist vor allem bei Patienten mit spastischen Lähmungen wichtig, da diese ein selbständiges Gehen behindern bzw. unmöglich machen. 

Durch die sich ständig wiederholenden, rhythmischen Bewegungen kommt es zusätzlich zu einer günstigen Beeinflussung des Muskeltonus. Der Patient muss ständig aktiv auf die Bewegung reagieren.

Zu dem physischen Aspekt kommen noch weitere Aspekte, die der Hippotherapie den typischen „Therapiecharakter“ nehmen: Das Pferd wird zum Partner, der keine Vorurteile kennt und jeden so nimmt, wie er ist. Es strahlt Wärme, Geborgenheit und Wohlbefinden aus.

Das Therapiepferd

Martin bei der Hippotherapie

Am Himmelschlüsselhof gibt es zwei Haflingerstuten, die als Hippotherapiepferde ausgebildet wurden, Milita und Melody. Beide wurden von Bettina Bohdalek-Braza, der Hippotherapeutin am Hof, selbst ausgebildet.

Nicht jedes Pferd eignet sich aufgrund der hohen Anforderungen zum Therapiepferd. Es sollte freundlich sein, großes Vertrauen zu Menschen haben und das Gangbild muss einwandfrei sein. Da das Pferd ein Fluchttier ist, muss man diesen Instinkt umwandeln und ihm so viel Sicherheit bieten, dass das Pferd in einer Angstsituation die Nähe des Menschen sucht, anstatt zu fliehen. Dies erlangt man nur, indem alle möglichen Szenarien (knallende Türen, plötzliches Schreien, etc.) immer wieder simuliert und geübt werden, ebenso sollte es an Gehhilfen und Rollstühle gewöhnt werden. Das Therapiepferd muss außerdem lernen, während der Therapie nicht mehr auf Schenkeldruck, Gewichtsverlagerung oder stimmlichen Kommandos des Reiters zu reagieren, wie es normal beim Reiten üblich ist. Es darf einzig auf die Anweisungen des Pferdeführers achten.  Die notwendige „geistige Reife“, die das Pferd für diese Anforderungen braucht, erlangt es frühestens ab dem 7. Lebensjahr, da auch die psychische Belastung sehr groß ist. 

Außerdem muss das Therapiepferd nach einem Therapietag fachmännisch geritten werden, um Verspannungen zu lösen, die während der Therapie entstehen (das Pferd muss falsche Gewichtsverlagerungen der Patienten ausgleichen und wird dadurch „verstellt“).

Am Himmelschlüsselhof genießen die Therapiepferde einen abwechslungsreichen Alltag mit täglichen Koppel- bzw. Weidegang. Dies hält sie ausgeglichen und gewöhnt sie an alle Umwelteindrücke.

Hippotherapie am Himmelschlüsselhof

Da unsere Hippotherapeutin Bettina Bohdalek-Braza im Sommer überraschend verstorben ist, können wir derzeit keine Hippotherapie am Himmelschlüsselhof anbieten.

Wir suchen bereits nach Ersatz und werden Sie hier informieren, wenn wieder Hippotherapie angeboten werden kann.

Wir bitten um Ihr Verständnis.