Voltigieren

Ursprung: die Kavallerie

von Voltigiertrainerin Denise Schmatzer

Der Ursprung des Voltigierens liegt in der Kavallerie. Ziel der Übungen war es dabei Gleichgewicht, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer der Soldaten zu schulen. Es gab auch Wettbewerbe, wobei hier fast ausschließlich Sprünge ausgeführt wurden. Voltigieren war 1920 in Antwerpen sogar schon einmal olympisch, damals noch unter dem Namen Kunstreiten.

Voltigiertrainerin Denise Schmatzer mit Tochter Clara

Voltigieren bedeutet zusammengefasst „Turnen am Pferd“. Offiziell handelt es sich um eine Sportart bei der turnerische und akrobatische Übungen auf einem an der Longe laufenden Pferd ausgeübt werden. Neben dem turnerischen Können sollten die Voltigierer auch den Umgang mit Pferden mögen und wissen wie man sich in der Halle verhält. Für Kinder ist das Voltigieren oft der Einstieg in den Pferdesport, einige bleiben dabei, andere wechseln zum Reiten. 

Voltigieren gibt es vom Breitensport bis hin zum internationalen Turniersport und auch das heilpädagogische Voltigieren darf nicht vergessen werden. Dies darf allerdings nur von ausgebildeten Heilpädagogischen Therapeuten unterrichtet werden. 

Beim Unterricht und bei den Turnieren wird das Pferd an der Longe im Kreis bewegt. Dies kann auf der rechten oder der linken Hand geschehen, am besten abwechselnd, damit es für das Pferd nicht zu einseitigen Belastungen kommt. In der Mitte steht der/die Longenführer/in mit einer Longepeitsche und dirigiert das Pferd zur jeweiligen Gangart. Ein Voltigierpferd muss gehörig und ruhig sein. Es muss gelassen mit dem Trubel rundherum umgehen können und sofort auf Zurufe des Longenführers/der Longenführerin reagieren können um gefährliche Situationen zu vermeiden. Es können bis zu drei Voltigierer/innen auf dem Pferd turnen. Dabei ist das Pferd als Lebewesen und nicht als Turngerät zu sehen. Voltigiert wird mit einer Decke zur Schonung des Rückens des Pferdes, einem Schaumstoff als Unterlage für den Gurt und eben besagten Gurt mit zwei Griffen, zwei Schlaufen links und rechts und den Ausbindern. Die Longe wird in den Zaum eingehängt und bei Bedarf wird das Pferd ausgebunden. Die Voltigierer/inn/en tragen eng anliegende Hosen (Leggins), T-Shirts und Turnpatschen. Bei Turnieren oder Vorführungen wird das Trainings-Gewand gegen eng anliegende Trikots oder spezielle angefertigte Kleidung getauscht.

Voltigieren am Himmelschlüsselhof

Jürgen auf unserem Karl-Ludwig

Am Himmelschlüsselhof wird derzeit rein sportliches Voltigieren von Denise Schmatzer angeboten. Es gibt momentan eine Breitensport-Gruppe, bestehend aus 15 Kindern, und zwei sportlichen Himmelschlüsselhof-Gruppen. Susanne, Jochen, Georg, Sandra, Melvin und Uschi kommen einzeln zur Voltigier-Einheit und Jürgen, Peter, Stefan und Wolfi üben in der Gruppe.  Sie helfen sich gegenseitig aufs Pferd, arbeiten bei der Gestaltung der Einheit mit und haben Spaß im Umgang mit ihrem Pferd Toni und Hund Lexi.

Die Voltigier/innen erlernen zum einen den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Partner Pferd. Zum anderen werden körperliche und motorische Fertigkeiten, vor allem Haltung, Rhythmus, Gleichgewicht und Konzentration geschult. Als Gruppensport werden beim Voltigieren darüber hinaus soziale Fertigkeiten wie Einfühlungsvermögen, Vertrauen, Gemeinschaftssinn und Selbstständigkeit gefördert.

Das breitensportliche Voltigieren kann als Einstieg in den Reitsport genutzt werden, bietet jedoch auch eine gute Vorbereitung auf den Turniersport. Für Einsteiger- und Anfängergruppen (auch Nachwuchsgruppen genannt) sowie teilweise auch für Einzelvoltigierer gibt es Wettbewerbe, die ganz oder teilweise im Schritt durchgeführt werden. 

Aufbau des Trainings

*) Aufwärmen mit Spielen, Laufeinheiten und Gelenke mobilisieren

*) Turnübungen am Boden, Dehnen, Geschicklichkeitsspiele, Koordinations- und Balance – Übungen, Gymnastik

*) Üben am Tonnenpferd; Einzelübungen, Doppelübungen

*) Voltigieren am Pferd; Einzel- und Gruppenvoltigieren in den Gangarten Schritt, Trab und Galopp

*) (im Winter trainiert die Breitensport-Gruppe im Turnsaal der Schule Texing; Geräteturnen, Bodenturnen, Gymnastik, Dehnen usw.)