Gärtnerei

Unser Garten

Betreuerin Elfriede mit Jochen

Der Garten ist ein großer Teilbereich unseres sinnvollen Tuns. Wo ist der  Rhythmus  des Jahreskreislaufs besser lebbar, als im Garten? Er dient als Grundlage der vollwertigen Ernährung nach den Demeterrichtlinien. Er dient aber auch zur Entwicklung der Betreuten und auch der Betreuer. Das Wachsen und Gedeihen in solch einer Vielfalt und Lebendigkeit zu erleben, bietet uns Menschen einen inneren Reifungsprozess, der seinesgleichen suchen kann.

Gartenbetreuerin Elfriede hat den Überblick über 1200m² Gemüse. Webbetreuerin Gertraud wechselt im März von den Webstühlen halbtags in den Garten. Gemeinsam mit ihren fleißigen Helfern zaubern sie uns Gottes Früchte aus der Erde. In einer Demeterlandwirtschaft wird der Garten ebenso respektvoll und mit Hochachtung betrachtet, der Komposthaufen mit seinen Präparaten durchsetzt und der Boden biologisch dynamisch behandelt.

Schon im Februar beginnt bei uns das Gartenjahr. Salat, Tomaten, Paprika, Melanzani und Sellerie werden am Fensterbankerl vorgezogen. Wir verwenden dazu gekaufte biologische Samen und unsere eigenen, die wir das vergangene Jahr getrocknet haben. Uschis feinmotorische Fähigkeiten sind dabei sehr hilfreich, denn sogar beim Pflanzenpikieren Anfang März ist sie ganz bei der Sache. Dabei werden die kleinen Pflanzen in Töpfchen gesetzt, die Wolfi vorher mit Erde befüllt hat, und anschließend werden sie ins Glashaus gestellt.
Sandra hilft in der Zwischenzeit im Gewächshaus Kohlrabi, Rote Rüben Zucchini, Radieschen, Kürbis, Spinat und Sommerblumen anzubauen.

Susi arbeitet am Hochbeet

Wir haben auch ein Hochbeet – Susis und Jochens „Reich“ – Susi kann mit ihrem Rollstuhl zum Hochbeet geführt werden und dann dort gut stehend arbeiten. Für Jochen, der eine starke Sehbehinderung hat, ist das Hochbeet ideal, da die Pflanzen „näher“ bei ihm sind und er sie so besser sehen kann. Das Fühlen, wie die Erde durch die Hände rieselt, wenn sie trocken ist, an der Haut klebt, wenn sie nass ist - die Pflanze verbunden mit ihrem Nährbett der Erde erfühlen, diese Vernetzung der Sinne mit ihren Gefühlen ist für Susi und Jochen ausgleichend für Körper und Seele.

Uschi sät nun Schwarzwurzel, Erbsen, Petersilie und Karotten, die danach mit einer Wachstumsfolie abgedeckt werden, um die Bodenwärme zu erhöhen, damit die Keimung rascher erfolgt und die Ernte früher einsetzt.

Jochen pflanzt im April die Steckzwiebel am Acker gleich oberhalb des Gartens. Daneben befinden sich die Lagerkarotten und Ende April kommen die Erdäpfel dazu.

Im Mai geht’s richtig los! Georg setzt die Bohnen, Pastinaken und vierzehntägig wird Salat ausgesät.
Wolfi, der Mann fürs Grobe, bereitet die Beete vor, damit die Pflanzen vom Glashaus nun endlich ausgepflanzt werden können.

Peter präsentiert unser Glashaus

Wir lieben es, die Speisen mit frischen Kräutern zu verfeinern. Sie bereichern den Gaumen und die Sinne und werden täglich frisch geerntet und im Herbst für den langen Winter getrocknet oder eingefroren.

Im Juni, Juli und August, wenn es so richtig heiß ist, steht für unsere Gärtner die Pflege des Gartens am Plan. Düngen mit Mist ist Peters Aufgabe, Jürgens Lieblingsbeschäftigung  ist ausreichend gießen. Am Jäten sind alle dran, denn da gibt es jetzt genug zu tun.

Um ein Austrocknen der obersten Erdschicht zu relativieren, bedecken wir die Beete mit einer Mulchschicht aus Rasensschnitt. Bei so viel Grünfläche steht der Rasenmäher im Sommer kaum still und so fällt genügend Material ab, das die Burschen gleich in den Garten bringen.

Blumen dürfen in einem richtigen Bauerngarten natürlich nicht fehlen. Mit großer Freude bringt Peter einen Blumenstrauß, um den Sommer auch ins Haus zu holen.

Unsere Spezialisten in der Teegewinnung, Johann und Georg, sammeln Himmelschlüssel, Kamille, Gänseblümchen, Schafgarbe, Lungenkraut und Pfefferminze – schon ihr Duft ist  ausgleichend und heilend. Anschließend werden sie zum Trocknen aufgehängt - somit haben wir für jedes „Wehwehchen“ ein Kräutlein.

Beerenplücken – und natürlich auch etwas davon naschen - zählt zu Georgs Lieblingsbeschäftigung im Hochsommer. Erdbeeren, Himbeeren, Ribisel, Johannisbeeren und Stachelbeeren – wir lieben sie in Nachspeisen mit Topfen, als Fruchtmus zu Topfennockerl, für Kuchen und im Winter als Marmelade und eingefroren.

Ernte im Garten

Wenn es dann im September langsam Herbst wird, ist die Zeit der großen Ernte angebrochen. Nun sind wieder alle Helfer fest im Einsatz, wenn es heißt Karotten, Erdäpfel, Sellerie, Rüben, Petersilie, Rotkraut, Weißkraut, Pastinaken und Kürbisse zu ernten.

Wenn die ersten Nachtfröste hereinbrechen, hilft Jürgen beim Abdecken der Salate wie Endivien Zuckerhut und Radicchio mit einer Folie. 
Sandra und Peter bereiten bereits die Beete für das kommende Frühjahr vor und pflanzen Vogerlsalat und Wintersteckzwiebel an. Jochen steckt die Zwiebel der Tulpen und Narzissen in die Erde, um den Garten im Frühjahr seine fröhliche Jugendlichkeit zu geben.

Der Winter bringt nicht nur für den Garten eine Ruhephase, auch wir begeben uns in der kalten, starren Zeit ins Haus, um zu Handarbeiten. Uschi häkelt feine Tischdecken, Jochen und Susi weben an ihrem speziellen Webrahmen. Aus dem fertigen Stoff entstehen Sesselauflagen in allen Farben. In dieser Zeit knipsen wir die getrockneten Bohnenschoten aus und planen gemeinsam den Garten für das kommende Frühjahr.